Wann ist der Serotoninspiegel am höchsten oder am niedrigsten?

Als einer der wichtigsten Neurotransmitter erfüllt Serotonin viele verschiedene Aufgaben im zentralen und peripheren Nervensystem. Dabei kann die Serotoninkonzentration im Körper durchaus schwanken - sowohl in Abhängigkeit von der Tageszeit als auch infolge verschiedener äußerer Einflussfaktoren.

Wann ist der Serotoninspiegel am höchsten?

Serotoninspiegel Normalwerte
Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Serotoninproduktion im Körper während des Tagesverlaufs schwankt und tagsüber am stärksten ist. Studien mit Tieren haben ergeben, dass der Serotoninspiegel abends mit Einsetzen der Dunkelheit am höchsten ist [1], darüber hinaus aber auch von der Verfügbarkeit von Tryptophan abhängt.

Tryptophan ist eine Aminosäure, aus der Serotonin gebildet wird. Die Umwandlung zu Serotonin erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird Tryptophan in 5-HTP und dieses dann in Serotonin umgewandelt. Je mehr Tryptophan oder auch 5-HTP zur Verfügung steht, umso mehr Serotonin kann der Körper bilden. Dabei helfen verschiedene äußere Einflussfaktoren wie zum Beispiel Sport oder regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, wenig Stress und gute Laune [2].

Einer der wohl stärksten Einflussfaktoren auf die Serotoninbildung ist jedoch das Tageslicht, das die Serotoninproduktion nachweislich anregt. Das ist der Grund, warum der Serotoninspiegel tagsüber höher ist als nachts und im Sommer höher als im Winter. Der in der dunklen Jahreszeit häufig zu beobachtende "Winterblues" ist vermutlich auf einen Serotoninmangel zurückzuführen.

Wann ist der Serotoninspiegel am niedrigsten?

Serotonin Normalwerte

In der Nacht beginnt der Körper Serotonin abzubauen und in das Schlafhormon Melatonin umzuwandeln. Dies übernehmen Enzyme, die erst mit einsetzender Dunkelheit aktiv werden. Dank ihnen produziert der Körper nachts etwa zehnmal so viel Melatonin wie tagsüber. Das hat zur Folge, dass der Serotoninspiegel absinkt und morgens am niedrigsten ist.

Was sind die Serotonin-Normalwerte?

Unabhängig von den tages- und jahreszeitlichen Schwankungen gibt es Serotonin-Normalwerte. In diesem Bereich liegt der Serotoninspiegel üblicherweise bei gesunden Personen. Die Serotonin-Normalwerte können sich entweder auf die Menge Serotonin im Blutserum [3] oder auf das Serotonin-Abbauprodukt HIES [4] beziehen, das mit dem Urin ausgeschieden wird:

  • Serotonin-Normalwerte aus dem Blutserum: 50 - 200 µg/ l
  • HIES-Normalwerte aus dem Urin: < 9 mg/24-Stunden-Sammelurin

Fazit zum Serotoninspiegel

Im Tagesverlauf ist der Serotoninspiegel abends am höchsten und morgens am niedrigsten. Im Sommer ist er zudem höher als im Winter, was auf das Sonnenlicht zurückzuführen ist. Unabhängig davon lässt sich die Serotoninproduktion unter anderem durch eine ausgewogene Ernährung und Sport anregen.

Quelle

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19152552/
[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18043762/
[3] https://www.labor-lademannbogen.de/analysen/analysen-spektrum/analysenverzeichnis/analysis/show/alphabetisches-analysenverzeichnis/serotonin/
[4] https://www.netdoktor.de/laborwerte/serotonin/