Was ist das Serotonin-Syndrom?

Serotoninsyndrom

Als Serotonin-Syndrom (oder auch serotonerges / sertoninerges Syndrom) bezeichnen Mediziner eine Kombination verschiedener Symptome, die als Folge eines zu hohen Serotoninspiegels auftreten. Typisch sind sogenannte vegetative Symptome wie Fieber und Schüttelfrost, starkes Schwitzen, beschleunigter Herzschlag und Atmung sowie Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme. Daneben können unwillkürliche Muskelzuckungen oder Muskelkrämpfe auftreten. Häufig sind auch psychische Auswirkungen wie Halluzinationen, eine gesteigerte innere Unruhe, Aufmerksamkeits-, Bewusstseins- oder Koordinationsstörungen zu beobachten.

Ursache hierfür sind meistens Medikamente, die durch eine verstärkte Freisetzung oder einen gehemmten Abbau des Neurotransmitters zu einer übermäßigen Serotoninmenge im Körper führen. Hierbei handelt es sich häufig um sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die als Antidepressiva zum Einsatz kommen und dazu führen, dass das Serotonin im Gehirn ansteigt.

Das Serotoninsyndrom stellt einen medizinischen Notfall dar, der unverzüglich behandelt werden muss, da er ansonsten zum Tod führen kann.

Wie wahrscheinlich ist ein Serotonin-Syndrom?

Das Serotoninsyndrom tritt in der Regel als Folge einer Überdosierung von Medikamenten auf, die den Serotoningehalt im Körper erhöhen, wie selektive Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Wie wahrscheinlich es ist, dass ein Serotoninsyndrom auftritt, lässt sich nicht genau beziffern.

Zwar wird davon ausgegangen, dass es in 14-16 % aller Fälle von SSRI-Überdosierungen zu einem Serotoninsyndrom kommt [1]. Allerdings sind das Auftreten und der Verlauf des Syndroms schwer vorherzusagen. Denn bei einigen Patienten zeigen sich schon nach der ersten Einnahme eines entsprechenden Arzneimittels Symptome, die auf ein Serotonin-Syndrom hindeuten, bei anderen Patienten erst nach einer Steigerung der Dosis oder der Kombination von Medikamenten. Auch geht das Syndrom teilweise mit sehr unterschiedlichen Symptomen oder Symptomkombinationen einher oder kann einen sehr milden Verlauf aufweisen und dann nicht als Serotoninsyndrom erkannt werden. Aus diesen Gründen ist eine präzise Wahrscheinlichkeitsschätzung schwierig.

Was ist zu tun bei einem Serotonin-Syndrom?

Serotoninsyndrom Therapie
Das Serotoninsyndrom erfordert eine sofortige Behandlung, die in erster Linie darin besteht, die Medikamente abzusetzen, welche die Symptome verursachen. In ca. 90 % der leichten Fälle reicht diese Maßnahme bereits aus. Wenn die Beschwerden jedoch andauern oder massive Symptome auftreten, gehört zur Serotoninsyndrom-Therapie eine intensivmedizinische Betreuung und eine bis zur Besserung dauerhafte Überwachung. Diese beinhaltet die ständige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck, Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung. Je nach Art der Symptome werden verschiedene Medikamente eingesetzt wie zum Beispiel fiebersenkende Arzneimittel, Muskelrelaxantien oder Benzodiazepine.

Wenn die Serotoninsyndrom-Therapie schnell erfolgt, sind die Prognosen gut. Die Serotoninsyndrom-Dauer kann jedoch stark variieren, denn sie hängt von der Halbwertszeit der Medikamente ab, die die Symptome verursacht haben.

Fazit zu Serotonin-Syndrom

Bei einer Überdosierung von Medikamenten, welche den Serotoninspiegel erhöhen, kann es zu einem sogenannten Serotonin-Syndrom kommen, das als medizinischer Notfall unverzüglich behandelt werden muss.

Quelle

[1] https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2020.08419

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