Was baut Serotonin ab? 

Der Botenstoff Serotonin, der umgangssprachlich unter der Bezeichnung Glückshormon bekannt ist, erfüllt verschiedene Funktionen im Körper. Um deren reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, stellt der Körper selbst Serotonin her. Die Basis hierfür ist die Aminosäure L-Tryptophan, die mithilfe von bestimmten Enzymen zunächst zu der Aminosäure 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) und dann zu Serotonin umgewandelt wird. Umgekehrt kann der Körper Serotonin auch wieder abbauen - und zwar auf verschiedenen Wegen.

Serotonin-Abbau im KörperSerotonin abbausen

Der eigentliche Abbau von Serotonin im Körper erfolgt durch Enzyme namens Monoaminoxidase (kurz: MAO). Über einen chemischen Prozess, bei dem eine Aminogruppe abgespaltet wird, wandeln sie Serotonin in Harnstoff um. Daraus entsteht Hydroxyindolessigsäure, die über die Nieren ausgeschieden wird. Ihr Gehalt lässt sich mit einem entsprechenden Test im Urin nachweisen.

Einige Arzneimittel machen sich diesen natürlichen Abbauprozess zunutze bzw. hemmen ihn. Sogenannte MAO-Hemmer verhindern, dass der Körper Serotonin abbauen kann und sorgen so dafür, dass der Neurotransmitter länger im Körper verbleibt. Dadurch kann er seine Wirkung entsprechend länger aufrechterhalten. MAO-Hemmer kommen traditionell als Antidepressiva, aber auch zur Behandlung von Angststörungen oder Zwangserkrankungen zum Einsatz.

Zwei Prozesse, die Serotonin senken

Es gibt noch zwei weitere Prozesse, die den Anteil an dem im Körper bioverfügbarem Serotonin senken: Zum einen wird ein großer Anteil an Serotonin nach seiner Freisetzung in den Blutplättchen und in der Darmschleimhaut gespeichert. Auch wenn sich Serotonin so nicht abbauen kann, ist es hier bestimmten Funktionen vorenthalten und somit nicht mehr frei verfügbar.
Serotonin senken
Zum anderen wird Serotonin in der Zirbeldrüse über spezielle chemische Prozesse und unter Mitwirkung bestimmter Enzyme in das Hormon Melatonin umgewandelt. Melatonin ist sozusagen der Gegenspieler von Serotonin, denn während dieses vor allem der Unterstützung des Wachzustands dient, steuert und fördert Melatonin den Schlaf. Deshalb wird Serotonin häufig auch als Wachhormon und Melatonin als Schlafhormon bezeichnet.

Allerdings braucht der Körper zur Bildung von Melatonin nicht nur Serotonin, sondern auch Dunkelheit. Denn die Enzyme, die für die Umwandlung zuständig sind, werden von Licht gehemmt. Deshalb produziert der Körper im Winter, wenn es früher und länger dunkel ist, erheblich mehr Melatonin als im Sommer. Das hat zur Folge, dass wir uns im Winter oft müder und träger fühlen als im Frühling oder Sommer.

Fazit zu Serotonin-Abbau

Der Körper kann Serotonin selbst senken bzw. abbauen und zwar einmal direkt mithilfe von Enzymen (MAO) über bestimmte chemische Prozesse. Sogenannte MAO-Hemmer können das Serotonin abbauen verzögern und somit den Serotoninspiegel im Körper längere Zeit auf einem höheren Niveau belassen. Daneben kann der Körper auch indirekt Serotonin senken, indem er es in der Zirbeldrüse in Melatonin umwandelt. Dieser Prozess wird durch Dunkelheit verstärkt. Das Speichern in Blutplättchen und Darm führt zwar nicht zu einem Abbau des Botenstoffs, aber der Speichervorgang kann den Anteil an bioverfügbarem Serotonin senken, sodass es für den Organismus nicht mehr zur freien Verfügung steht.