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GABA

GABA Formel

Neurotransmitter sind Botenstoffe, die im Gehirn Informationen übertragen. Jeder dieser Botenstoffe hat eine bestimme Aufgabe und unterschiedliche Wirkungen auf den Organismus. Einer der wichtigsten beruhigenden Neurotransmitter ist GABA. Er wird im Gehirn und in der Bauchspeicheldrüse gebildet und sorgt unter anderem für mentale Entspannung. Bei einem Mangel an GABA treten verschiedene Beschwerden auf, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich einschränken können. Es ist möglich, die körpereigene Produktion von GABA zu unterstützen, indem Sie entsprechende Lebensmittel verzehren und/oder auf Produkte zur Nahrungsergänzung zurückgreifen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist GABA?
  2. Wie wirkt Gamma-Aminobuttersäure?
  3. Weitere Funktionen von Gamma-Aminobuttersäure
  4. Welche Probleme kann ein GABA-Mangel verursachen?
  5. Interessantes zu GABA
  6. Kann man den GABA-Spiegel messen?
  7. Erhöhung des GABA-Spiegels
  8. Zusammenfassung
  9. Quellen

Wirkung

  • konzentriert

  • ruhig

  • entspannt

  • emotional stabil

  • angstfrei

Was ist GABA?

GABA ist die Abkürzung des englischen Begriffs "Gamma-Aminobutric Acid", im Deutschen: Gamma-Aminobuttersäure (kurz: γ-Aminobuttersäure). Der Neurotransmitter gehört zu den sogenannten nicht-proteinogenen Aminosäuren und wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts bei Pflanzen entdeckt. Es dauerte noch bis 1950, bis Wissenschaftler den Stoff auch bei Säugetieren nachgewiesen haben. Bis zu 50 % der Synapsen von Säugetieren (einschließlich der Menschen) enthalten einen GABA-Rezeptor, an die der Neurotransmitter andocken kann. Wie wichtig die γ-Aminobuttersäure für Körper und Psyche tatsächlich ist, stellte sich jedoch erst in den kommenden Jahren heraus.

Wie wirkt Gamma-Aminobuttersäure?

Dieser Neurotransmitter hat eine ganze Reihe von Funktionen. Er ist vor Allem für seine hemmende Wirkung bekannt. Das heißt: seine Aufgabe besteht darin, eine Überstimulation des Gehirns zu verhindern. Deshalb wird der Neurotransmitter manchmal auch als natürliches Entspannungs- oder Anti-Stress-Mittel bezeichnet. Seine hemmende Wirkung entfaltet er, indem er an einen entsprechenden Rezeptor andockt. Ein Rezeptor ist eine Sinneszelle, die so aufgebaut ist, dass sich nur bestimmte Botenstoffe an ihn binden können. Er funktioniert nach dem sogenannten Schlüssel-Schloss-Prinzip, wobei der Rezeptor das Schloss ist und der Botenstoff der Schlüssel. Das bedeutet, dass GABA nicht an jedem beliebigen Rezeptor, sondern nur an einen GABA-Rezeptor andocken kann. Durch die Bindung an den Rezeptor übt der Neurotransmitter seine Wirkung aus - im Fall von GABA eine beruhigende Wirkung. Übrigens: Auch Alkohol kann an den GABA-Rezeptor binden, deshalb hat Alkohol auch eher eine sedierende Wirkung.

Weitere Funktionen von Gamma-Aminobuttersäure

Darüber hinaus hat GABA auch einen Anteil an anderen Körperfunktionen wie der Regulation von Schlaf und Schmerz sowie der Konzentrationsfähigkeit und der emotionalen Stabilität. Auch an der Atmungs- und Verdauungsfunktion, der Motorik und kognitiven Funktionen scheint die γ-Aminobuttersäure beteiligt zu sein.

Gamma-Aminobuttersäure wird aus Glutamat gebildet. Diese Neurotransmitter haben gegensätzliche Wirkungen: Während GABA beruhigend wirkt, verstärkt Glutamat die Erregung der Nervenzellen. In einem gesunden, funktionierenden System stehen beide Stoffe im Gleichgewicht und reagieren wechselseitig aufeinander, um dieses Gleichgewicht zu erhalten. Das bedeutet: Wenn sich die Aktivität von Glutamat erhöht - zum Beispiel, weil sich im Körper eine Entzündung befindet, wird auch die GABA-Aktivität verstärkt. Dann fühlen Sie sich ausgeglichen, kontrolliert, haben weder Schlaf- noch Konzentrationsprobleme und können die Herausforderungen des Alltags gut bewältigen. Wenn es jedoch nicht gelingt, das Gleichgewicht wiederherzustellen und der GABA-Spiegel zu niedrig ist, treten bestimmte Symptome auf.

Welche Probleme kann ein GABA-Mangel verursachen?

Zu wenig γ-Aminobuttersäure kann die elektrischen Impulse im Gehirn durcheinander bringen. Im schlimmsten Fall kann es zu Krampfanfällen kommen. Bei einem Mangel wird die Wirkung des Neurotransmitters abgeschwächt. Da er vor Allem eine beruhigende Wirkung hat, ist das Gehirn bei einem Mangel dauernd in einem erregten Zustand. Dieser kann sich in verschiedenen Symptomen äußern, wie zum Beispiel:

  • innere Unruhe und Nervosität

  • Stimmungsschwankungen und Gereiztheit

  • Konzentrationsprobleme

  • Schlaflosigkeit

  • vermehrtes (teilweise kaltes) Schwitzen, vor allem an den Händen

  • Kopfschmerzen

  • Muskelschmerzen

  • Angstzustände und Panikattacken

  • chronische Erschöpfung

Verschiedene Studien deuten zudem darauf hin, dass bestimmte Erkrankungen mit einem GABA-Mangel zu tun haben könnten. Diskutiert wird hier vor allem Chorea Huntington und Schizophrenie. Es scheint jedoch auch Zusammenhänge zu ADHS, Angststörungen und Stress zu geben.

Interessantes zu GABA

GABA und Stress

Schweizer Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen dem GABA-Spiegel im Gehirn und akutem Stress nachgewiesen. In ihrer Studie haben Sie die GABA-Konzentration ihrer Probanden im präfrontalen Kortex gemessen - einmal im neutralen Zustand und einmal in einer akuten Stresssituation. Es zeigte sich, dass die Neurotransmitterkonzentration unter Stress deutlich geringer war als im neutralen Zustand, aber die genauen Zusammenhänge und zugrunde liegenden Mechanismen dieses Befunds ist noch nicht endgültig erforscht.

GABA und ADHS

Gamma-Aminobuttersäure scheint auch mit Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Impulsivität zusammenzuhängen. So fand beispielsweise eine Studie bei Kindern mit ADHS einen niedrigeren GABA-Spiegel im Gehirn als Kinder ohne ADHS. Eine andere Studie beobachtete bei Jugendlichen Ähnliches: Hier hatten besonders impulsive Jugendliche ebenfalls eine niedrigere GABA-Konzentration im Gehirn als weniger impulsive Gleichaltrige.

GABA und Angststörungen

Wegen ihrer beruhigenden Wirkung gelten GABA-ähnliche Wirkstoffe als Angstlöser. Umgekehrt kann ein zu niedriger GABA-Spiegel zu Angstzuständen führen. Diese können möglicherweise durch die Erhöhung des Spiegels abgeschwächt werden. Zumindest zeigt eine Studie mir Patienten mit Höhenangst nach der Gabe von Gamma-Aminobuttersäure eine geringere Anspannung in einer angstauslösenden Situation.

Kann man den GABA-Spiegel messen?

Der GABA-Spiegel im Gehirn lässt sich mithilfe der Magnetresonanzspektrografie messen. Dieses bildgebende Verfahren erlaubt es, Stoffwechselvorgänge im Gehirn zu erfassen. Die Methode ist allerdings sehr aufwendig und teuer und wird deshalb nur selten angewendet.

Erhöhung des GABA-Spiegels

Als Wirkstoff in Arzneimitteln

Es gibt Medikamente, die Wirkstoffe enthalten, die wie Gamma-Aminobuttersäure aufgebaut sind. Diese sogenannten GABA-Derivate oder -Analoga können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und deshalb dort eine ähnliche Wirkung wie GABA entfalten. Beispiele für solche Derivate sind

  • Gabapentin

  • Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) - Phenibut

Arzneimittel mit diesen Wirkstoffen werden vor Allem zur Behandlung von Epilepsie, Narkolepsie, Angststörungen, psychosomatische Störungen und Schlafstörungen eingesetzt. Manche dieser Medikamente sind verschreibungspflichtig.

Vorkommen in Lebensmitteln

Damit der Körper GABA produzieren kann, das dann an den passenden Rezeptor andockt, benötigt er bestimmte Stoffe. Wenn Sie den Neurotransmitter-Spiegel ohne Medikamente erhöhen möchten, sollten Sie Lebensmittel verzehren, die diese Stoffe enthalten. Hierzu gehören unter anderem Vollkornprodukte und brauner Reis, Zitrusfrüchte und Bananen, Nüsse, Fisch (Heilbutt) und bestimmte Gemüsesorten (Brokkoli, Linsen, Spinat).

Alternativ: Mittel zur Nahrungsergänzung

Alternativ zu Medikamenten gibt es Mittel zur Nahrungsergänzung, die den Neurotransmitter-Spiegel erhöhen können. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich vor allem in der Anwendungsform, denn sie sind als Tabletten, (Gel-)Kapseln, Sticks oder in Pulverform - teilweise auch als Tee zur Nahrungsergänzung erhältlich.

Wichtig: Mittel zur Nahrungsergänzung ersetzen keine ärztlich verordneten Medikamente! Wie der Name schon sagt, dienen sie als Nahrungsergänzung und können zur Linderung von Beschwerden beitragen. In welcher Form und Dosierung Mittel zur Nahrungsergänzung eingenommen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig sind zum Beispiel Art, Dauer und Umfang der Beschwerden sowie persönliche Vorlieben bezüglich der Darreichungsform der Nahrungsergänzung. Wenn Sie unter chronischen Erkrankungen leiden, ist es sinnvoll, vor der Einnahme von Mitteln zur Nahrungsergänzung mit Ihrem Arzt zu sprechen. Dabei erfahren Sie, welche Nahrungsergänzung für Sie am besten geeignet ist.

Zusammenfassung

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist ein wichtiger Neurotransmitter, der über die Bindung an einen GABA-Rezeptor an der Regulierung vieler Körperfunktionen beteiligt ist. Ein Mangel kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Um den GABA-Spiegel zu erhöhen und die Rezeptor-Bindung zu stärken, stehen verschiedene pharmakologische Wirkstoffe, aber auch bestimmte Lebensmittel und Produkte zur Nahrungsergänzung zur Verfügung.





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