Was reguliert Serotonin?

Der Neurotransmitter Serotonin ist an der Regulation zahlreicher Prozesse im Körper beteiligt. Er bindet an sogenannten Serotoninrezeptoren, von denen es mehrere Arten gibt, die für jeweils unterschiedliche Vorgänge im Körper zuständig sind. Damit diese reibungslos ablaufen können, ist ein entsprechend hoher Serotoninspiegel erforderlich. Besteht jedoch ein Serotoninmangel, können diverse Beschwerden oder Erkrankungen auftreten, die sich teilweise durch die Erhöhung des Serotoninspiegels behandeln lassen. Doch welche Vorgänge im Körper reguliert Serotonin?

An welchen Prozessen ist Serotonin beteiligt?

Serotonin reguliert Druck in Blutgefäße

Schon sein Name deutet bereits auf einen der wichtigen von diesem Neurotransmitter unterstützten Prozesse im menschlichen Körper hin: Der Botenstoff reguliert unter anderem den Tonus, das heißt den Druck innerhalb der Blutgefäße. Dieser Vorgang ist sehr komplex und je nachdem, wo sich der Botenstoff befindet, in unterschiedliche Richtungen zu beobachten. Während er in der Skelettmuskulatur vor allem benötigt wird, um die Blutgefäße zu weiten, sorgt er in Organen wie der Lunge und den Nieren für eine Blutgefäßverengung. Das in den Blutplättchen (Thrombozyten) befindliche Serotonin unterstützt über die Verengung der Blutgefäße unter anderem die Blutgerinnung, sodass verletzungsbedingte Blutungen schneller gestoppt werden. Auch der Augeninnendruck wird über den Botenstoff reguliert, weshalb das Risiko eines Glaukoms ("Grüner Star") steigt, wenn selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingenommen werden. Diese Arzneimittel führen dazu, dass die Serotoninkonzentration im Gehirn steigt bzw. über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird.

Serotonin reguliert: Prozesse im Magen-Darm-Trakt

Der größte Anteil Serotonin ist im Magen-Darm-Trakt zu finden. Dort beeinflusst der Botenstoff durch seine appetithemmende Wirkung einerseits die Nahrungsaufnahme, andererseits reguliert er die Darmbewegungen (Peristaltik), die benötigt werden, um Nahrung zu verdauen. In einigen Fällen kann er Übelkeit und Erbrechen verursachen. Es ist zudem in der Lage, die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen und dadurch Schmerzreize abzuschwächen oder zu verstärken. Darüber hinaus kann der Botenstoff einen Anstieg oder eine Absenkung der Körpertemperatur hervorrufen - je nachdem, an welchen Rezeptortyp er bindet.

Serotonin reguliert: Prozesse im Gehirn

Serotonin reguliert Schlaf
Am bekanntesten ist der Botenstoff jedoch für seine Wirkung im Gehirn, wo es sehr unterschiedliche Prozesse reguliert. Neben seinen Auswirkungen auf die Stimmung, wegen der Serotonin im Volksmund auch als "Glückshormon" bezeichnet wird, spielt er eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Dabei ist es vor allem für die Förderung des Wachzustands zuständig - im Unterschied zu dem Schlafhormon Melatonin, das aus Serotonin gebildet wird und den Schlaf steuert.

Fazit zur Serotonin Regulierung

Serotonin ist viel mehr als nur ein "Glückshormon", als das es umgangssprachlich bezeichnet wird. Es reguliert eine Vielzahl wichtiger Prozesse im Körper, unter anderem den Druck in den Blutgefäßen und den Augeninnendruck, den Appetit und die Darmbewegungen, die Körpertemperatur und den Schlaf-wach-Rhythmus und hat einen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung.