Was bedeutet ein niedriger Serotoninspiegel?

Der Botenstoff Serotonin erfüllt viele wichtige Funktionen im menschlichen Körper - sofern er in ausreichender Menge vorhanden ist. Ist der Serotoninspiegel zu niedrig, können bestimmte Prozesse nicht oder nicht richtig ausgeführt werden und es kommt zu Funktionsstörungen und Beschwerden.

Niedriger Serotoninspiegel - die Ursachen

Serotoninspiegel niedrig Ursachen
Der Serotonin-Wert ist zu niedrig, wenn die Konzentration des Neurotransmitters Serotonin im Körper deutlich geringer ist als üblich. Die Serotoninkonzentration im Körper ist von zahlreichen Faktoren abhängig und die Ursachen für einen Serotoninmangel noch nicht endgültig geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass es nicht eine einzige Ursache für einen niedrigen Serotoninwert gibt, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren den Serotoninhaushalt aus dem Gleichgewicht bringt.

Eine Ursache für einen niedrigen Serotoninspiegel ist, dass die Stoffe, die für die Serotoninproduktion benötigt werden, nicht in ausreichender Menge vorhanden oder in ihrer Funktion gestört sind. Das gilt zum Beispiel für Vitamin B6 oder L-Tryptophan, die beide für die Serotoninproduktion unverzichtbar sind. Ein niedriger Serotoninspiegel ist aber auch bei chronischem Stress oder im Zusammenhang bestimmter Erkrankungen wie chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Krebs zu beobachten.

Ob der Serotonin-Wert zu niedrig oder zu hoch ist, lässt sich messen. Dazu wird üblicherweise die Menge Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) im Urin erfasst, die als Hauptabbauprodukt von Serotonin über die Nieren ausgeschieden wird. Als Referenzwert gilt hierbei ein Wert von unter 9 mg/24 Stunden [1]. Allerdings lassen diese Werte nicht unbedingt präzise Rückschlüsse auf die Serotonin-Konzentration im Gehirn zu. Hierfür wäre eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit erforderlich, welche mit Risiken verbunden ist und deshalb nur in Ausnahmefällen durchgeführt wird. Oftmals reicht es aber auch schon aus, die Symptome zu erkennen und richtig zu deuten.

Serotoninspiegel niedrig
Ein niedriger Serotoninspiegel kann sich - entsprechend der Funktionen, die Serotonin im Körper ausübt - in verschiedenen Beschwerden äußern. Mögliche Symptome sind eine erhöhte Impulsivität, Reizbarkeit und Aggressivität, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, verstärkte Ängstlichkeit und Schmerzwahrnehmung, Schlafstörungen sowie Veränderungen in Appetit und sexueller Lust. Daneben kann ein Serotoninmangel bestimmte Erkrankungen begünstigen wie zum Beispiel das Reizdarm-Syndrom oder Depressionen.

Was tun gegen niedrigen Serotoninspiegel?

Ist der Serotoninspiegel zu niedrig, lässt er sich durch verschiedene Maßnahmen erhöhen. Weit verbreitet ist die Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Sie greifen aktiv in den Neurotransmitterstoffwechsel ein, in dem sie - wie der Name bereits sagt - verhindern, dass Serotonin wieder in die Zellen aufgenommen wird. Dadurch steigt die Menge des freiverfügbaren Serotonins im synaptischen Spalt zwischen den Zellen, sodass es dort seine Wirkung länger entfalten bzw. aufrechterhalten kann.

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es andere Maßnahmen, den Serotoninspiegel zu erhöhen. Dazu gehört beispielsweise eine gesunde Ernährung mit viel Vitamin B6, L-Tryptophan und Omega 3-Fettsäuren, die dem Körper über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden können. Auch Vitamin D und Sport scheinen einen günstigen Einfluss auf den Serotoninspiegel zu haben. Diese Maßnahmen stellen jedoch - vor allem bei einer schweren körperlichen oder psychischen Erkrankung - keinen Ersatz, sondern lediglich eine Ergänzung oder Unterstützung für eine medikamentöse Behandlung dar.

Fazit zum niedrigen Serotoninspiegel

Ist der Serotoninspiegel niedrig, können verschiedene Beschwerden auftreten. Starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Gereiztheit sowie Veränderungen in der Schmerzwahrnehmung, des Appetits oder des Sexualverhaltens können Hinweise darauf sein, dass der Serotonin-Wert zu niedrig ist.

Quellen

[1] https://domino.gsdnet.ch/gsdnet/applikation/ap_luks_laborkartei.nsf/xpLaborkartei.xsp?documentId=ec7bc77530017fdfc12579b5004dc361&action=openDocument